C.1. Grundsätzliche Betrachtungen in Bezug auf erhöhte Belastung durch ein Tretlagergetriebe

C.1. Grundsätzliche Betrachtungen in Bezug auf erhöhte Belastung durch ein Tretlagergetriebe

Zuletzt aktualisiert am 04.02.2015 von Jürgen Leppert.

Auf den ersten Blick erhöht ein vorgelagertes mountain-drive - Getriebe im Tretlager das Drehmoment um den Faktor 2.5.
Dazu eine differenzierte Betrachtung: Fährt man mit einer bestimmten Geschwindigkeit eine bestimmte Steigung hoch, braucht es dazu ein bestimmtes Drehmoment bzw. eine bestimmte Leistung. Schaltet man nun ein Getriebe im Tretlager hinzu und fährt die gleiche Steigung mit der gleichen Geschwindigkeit hoch, ist die Belastung am Hinterrad genau gleich geblieben. Verändert hat sich nur die Frequenz der Tretkurbelbewegung und damit die Belastung der Kniegelenke! In diesem Fall findet also keine Mehrbelastung der Getriebekomponente am Hinterrad statt.
Das heisst: die Belastung am Hinterrad steigt erst dann, wenn entweder:
- die gleiche Steigung mit höherer Geschwindigkeit befahren wird
- eine grössere Steigung mit der gleichen Geschwindigkeit befahren wird
- eine Steigung befahren wird, die ohne Getriebe nicht hätte befahren werden können.
Schlussfolgerung: Das Getriebe im Tretlager führt erst dann zu einer Mehrbelastung, wenn Steigungen befahren werden, die ohne Getriebe nicht hätten befahren werden können. Auch in diesem Fall steigt die Belastung nicht schlagartig auf das 2.5-fache, sondern wächst mit zunehmendem Antriebsdrehmoment.
In der Praxis sind nur ganz wenige Fälle bekannt, wo die hinteren Getriebekomponenten, ob Naben- oder Kettenschaltung, versagten:
- Extreme Lastentransporte ("Klaviertransport mit dem Fahrradanhänger"
- Tandemanwendungen mit Fahrern mit Spitzen-Antriebsleistungen
- Qualitativ minderwertige Nabenschaltungen.
Grundsätzlich gilt, dass die Schlumpf-Schaltung für beliebige Antriebsleistungen, also auch für Tandems, geeignet ist, und nur die hintere Schaltung bei extremen Anwendungsfällen auf ihre Eignung überprüft werden muss.

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